Chronik

Chronik der Narrenzunft Hornberg

120 Jahre Fasnet in Hornberg

 

Die ersten Nachweise
Erste schriftliche Nachweise über fasnächtliche Aktivitäten in Hornberg liegen uns aus dem Fürstlich Fürstenbergischen UKB sowie der Chronik der Grafen von Zimmern vor. Dort steht zu lesen, was der kath. Pfarrer Hans Gather im Jahre 1533 dokumentiert hatte: So wurden an Fasnacht alle Einwohner der Stadt vom Pfarrer als Gäste geladen. – Die Männer auf´s Rathaus, die Frauen ins Wirtshaus, und die Kinder in den Pfarrhof, wo sie mit Fasnetsküchle bewirtet wurden. Im Jahre 1449 ging Hornberg in den Besitz der Grafen Ludwig und Ulrich von Württemberg über. Hornberg wurde dadurch württembergische Amtsstadt. Als dann später die Reformation einsetzte, unterstützte das Hause Württemberg zunehmend stärker die Evangelische Glaubensbewegung. Hornberg mit seinen dazugehörenden Bezirken Reichenbach, Gutach, Kirnbach und Schiltach wurde evangelisch. Ab diesem Zeitpunkt trat die Fasnacht mehr und mehr in den Hintergrund. Es wurde „ruhig“ um die Hornberger Fasnet.

Badisches Hornberg
Während des 30- jährigen Kriegs wurde Hornberg mehrfach vollständig zerstört. Hornberg war leider nie im Besitz eines Stadtarchivs oder einer ähnlichen Einrichtung. Dies ist mit ein Grund dafür, weshalb heute keine oder kaum geschichtliche Unterlagen existieren. Durch die von Napoleon im Jahre 1810 durchgeführten Grenzregulierungen wurde Hornberg badisch. Erst durch die „Schwarzwälder-Chronik“ (ein Amts-und Verkündblatt der Stadt) wird die Hornberger Fasnet von 1870 bis zum zweiten Weltkrieg aufgezeigt. So kann man, beginnend mit dem Jahr 1870, in diesem Amtsblatt viele Anzeigen der damaligen örtlichen Vereine und Gasthäuser nachlesen, durch welche zu humoristischen Aufführungen oder Kappenabenden aller Art eingeladen wurde. Desweiteren ist immer wieder vom „Narrenblättle“ zu lesen welches von diversen Vereinen aufgelegt wurde.

Die organisierte Fasnet
Im Jahre 1900 wird dann erstmals ein „Narrenrat“ erwähnt, welcher einen Festzug an Fasnacht organisierte. Im selben Jahr erscheint auch erstmalig eine Anzeige vom „Narren-Klub-Hornberg“. Die Chronik berichtet, „es habe mit dem Umzug sehr gut geklappt!“ „Man habe den größten und schönsten Umzug gesehen, den es bisher in Hornberg gegeben hatte“. In den 1920iger Jahren erlebte Hornberg jedes Jahr sehr schöne Sonntagsumzüge mit vielen Wagen und Fußgruppen. Im Jahr 1927 wurde, von der Stadtkapelle organisiert, erstmals am Schmutzigen Donnerstag ein Hemdglonkerumzug durchgeführt. Dieser wird, mit Ausnahme des Zeitraums des zweiten Weltkriegs, bzw. des Jahres 1991, bis zum heutigen Tag der Tradition verbunden so abgehalten. Für diesen Zeitraum wird auch darüber berichtet, dass während der Fasnet zwischen 200-300 Dominos im Städtle unterwegs gewesen sind.
Aufgrund einiger Leihgaben bzw. Schenkungen von Hornberger Bürgern konnten wir einige dieser alten und in Vergessenheit geratenen Häser wieder in unseren Besitz bringen.

Die Gründung
Am 22.03.1935 wurde im Gasthaus Rose der Carnevalsverein „Feurio“ – der Vorgängerverein der heutigen Narrenzunft- gegründet. Die ab diesem Zeitpunkt organisierten Umzüge, das Narrenbaumstellen und die Schlüsselübergabe werden auch heute noch in gleicher Form so durchgeführt.
Im Februar 1945 wurde die Hornberger Innenstadt dann durch einen Luftangriff der Allierten fast völlig zerstört. Die meisten der alten Fachwerkhäuser fielen den Bomben zum Opfer. Und trotz aller Beschwernisse erschien bereits zur Fasnet 1949 wieder das erste Narrenblättle. Ein Jahr später – im Jahr 1950 war die Geburtsstunde der Narrenzunft Hornberg. Schöne Umzüge und Bälle wurden fortan in der Stadthalle gefeiert.

Aufnahme in die VSAN
Die ersten Hörner bzw. Teufelsmasken wurden 1951/52 von Graphiker Gustav Storz in Anlehnung an die Hornberger Sage und den, das Hornberger Stadtwappen zierenden  Hörnern, entworfen. Geschnitzt und bemalt wurde die Maske in der Schnitzerei Herr. Da diese Masken so großen Anklang fanden, wurden kurz darauf zwei weitere Masken in Auftrag gegeben.
In den Jahren 1953/54 wurden weitere 4 Häser angeschafft. Beim Narrentreffen 1952 in Rottenburg in Begleitung des Historischen Vereines, des Narrenrates und der Stadtkapelle wurden der VSAN die ersten 3 (Hornberger Hörner) Masken vorgestellt. Zum Narrentreffen 1954 in Zell a.H. konnte man bereits mit 7 „Hörnern“ teilnehmen. Im Jahre 1957 wurde die Narrenzunft Hornberg in die Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte aufgenommen.

Die ersten Masken
Bereits 1959 richtete die Narrenzunft das erste Narrentreffen in Hornberg aus. Die im Jahre 1956/57 geschaffene Hanselmaske, welche ausschließlich von Kindern und Frauen getragen wird, wurde 1960 in die Narrenzunft aufgenommen. Seit dem Jahr 1970 ist die Narrenzunft Hornberg als eingetragener, gemeinnütziger Verein anerkannt. Am 11. und 12. Februar 1984 wurde das zweite große Narrentreffen in Hornbergs Mauern abgehalten.

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